Jeder weiß, dass es eine große Zahl von Gesellen bei
Webern, Schneidern, Tuchmachern und zwanzig anderen Handwerkern gibt, die kaum
zu bewegen wären, am fünften Tag zu arbeiten, wenn ihr Lebensunterhalt mit
vier Tagen Arbeit bestritten werden könnte, und dass ferner Tausende von
Arbeitern aller Art existieren, die ihren Lebensunterhalt zwar kaum finanzieren
können, die aber fünfzig Unannehmlichkeiten auf sich nähmen, ihre Arbeitgeber
verärgerten, hungerten und Schulden machten, nur um sich einen Feiertag zu
verschaffen. Wenn die Menschen eine so außerordentliche Neigung zu Müßiggang
und Vergnügen haben, welchen Grund hätten wir zu glauben, sie würden jemals
arbeiten, wenn sie nicht durch die unmittelbare Notwendigkeit dazu gezwungen
würden?
...
Was würde bei einer solchen Entwicklung aus unseren Manufakturen werden? Wenn
der Kaufmann Tuch exportieren wollte, müsste er es selbst herstellen, denn der
Tuchmacher könnte nicht einen Mann bekommen von den zwölfen, die bei ihm zu
arbeiten pflegten...
...
Ja, es ist unleugbar der klügere Weg für alle Menschen einer Gesellschaft und
jede private Familie, genügsam zu sein; aber es liegt im Interesse aller
reichen Nationen, dass der größte Teil der Armen kaum jemals müßig ist und
doch ständig ausgibt, was er einnimmt...
aus: Die Bienenfabel oder Private Laster als gesellschaftliche Vorteile (1723)
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