Tu weniges, wenn du wohlgemut sein sollst. Vielleicht ist es
besser, das Notwendige zu tun und was die Vernunftordnung des von Natur auf den
Staat gerichteten Wesens bestimmt und wie es zu tun sie bestimmt. Dies nämlich
verschafft die Wohlgemutheit, nicht nur weil man dann das Richtige, sondern
weil man auch weniges tut. Das meiste nämlich von dem, was wir sagen und tun,
ist nicht notwendig, und wenn man es weglässt, wird man mit schönerer
Mußezeit und geringerer Unruhe leben. Man muss also bei jeder Gelegenheit sich
daran erinnern: ist vielleicht dies etwas Unnötiges? Man muss aber nicht nur
die unnötigen Betätigungen weglassen, sondern auch derartige Vorstellungen.
Denn so werden auch keine überflüssigen Betätigungen erfolgen.
[...]
Oft tut auch der Unrecht, der nichts tut. Wer das Unrecht nicht verbietet, wenn er kann, der befiehlt
es.
aus: Selbstbetrachtungen
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